Donnerstag, 17. Dezember 2009

Geheimes Bundeswehrdokument zum Luftangriff auf Tanklaster im September zeigt unübersichtliche Lage in Afghanistan

Die Plattform "wikileaks" hat ein nur für den Dienstgebrauch bestimmtes Dokument der Bundeswehr veröffentlicht, in dem versucht wird den Verlauf der Bombardierung vom September nachzuvollziehen. Eine Analyse liefert auch die ZEIT. Hier ein paar Original-Auszüge:



Diese Schlussfolgerung bedeutet, dass die Begründung einen allgemeinen Angriff verhindern zu wollen, auf wackligen Beinen steht. Ein direkter Angriff auf die Bundeswehr wird schon vorher als Rechtfertigung ausgeschlossen.


Haji Motashem, der Chef des Bezirks Aliabad macht der Bundeswehr allerdings wie gesehen keine Vorwürfe. Doch ergibt sich aus weiteren Aussagen, dass durchaus auch stammesinterne Fehden bei der Darstellung und der Bewertung des Bombardments eine Rolle spielen könnten. Denn Motashem führt auch aus, dass 80 Prozent der Taliban aus dem Stamm der Omar Khel stammen würden und der "Stamm selbst das Problem ist".


Hier stellt sich die Frage, mit wem wirklich gesprochen wurde. Die Angehörigen dürften kaum ihre Freude äußern. Insgesamt enthält der Bericht viele Widersprüche, die aber auch aus den komplizierten Kommandostrukturen, der Vielzahl der Beteiligten und der allgemeinen schwierigen Nachrichtenlage erwachsen. Vorschnelle Urteile lassen sich aus diesem Bericht nicht ableiten, weder für die eine ("militärisch angemessene Aktion"), noch für die andere ("Kriegsverbrechen") Seite. Deutlich wird nur der Schrecken und das Leid des Krieges, das auch scheinbar gerechtfertigten Angriffen innewohnt. Und das Aufdecken der Illusion, dass Krieg ohne zivilie Verluste zu führen ist. Wer sich selbst ein Bild machen will, das gesamte 40-seitige Dokument gibt es hier.


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